Die Kunst des Liebens von Erich Fromm

 

Neulich las ich das wohl bekannteste Buch von Erich Fromm „Die Kunst des Liebens“. Es wurde das erste mal 1956 veröffentlicht und ich las die 2008 erschienene 67. Auflage. Das heißt, dass das Buch nicht in unserem Jahrhundert geschrieben wurde, doch es ist trotzdem aktueller denn je. Fromm setzt sich mit vielerlei Probleme auseinander, TrugschlĂŒsse ĂŒber die Liebe, und dass viele die Liebe missinterpretieren. Auch ich habe viele Sachen anders interpretiert und bin daher sehr froh darĂŒber, dass ich dieses Buch gelesen habe. Ich werde hier in diesem Beitrag lediglich ein paar Stellen aus dem Buch zitieren.

Direkt bevor das eigentliche Buch anfÀngt, kommt schon ein sehr interessantes Zitat, welches zum Nachdenken anregt:

Wer nichts weiß, liebt nichts. Wer nichts tun kann, versteht nichts. Wer nichts versteht, ist nichts wert. Aber wer versteht, der liebt bemerkt und sieht auch… Je mehr Erkenntnis einem Ding innewohnt, desto grĂ¶ĂŸer ist die Liebe… Wer meint, alle FrĂŒchte wĂŒrden gleichzeitig mit den Erdbeeren reif, versteht nichts von den Trauben.

-Paracelsus

Und nun zu ein paar Textstellen, die ich herausgeschrieben habe. Ich möchte nochmal betonen, dass das ganze Buch höchst lesenswert ist, und ich hoffe ich kann dich eventuell ein wenig neugierig machen, es auch zu lesen.

Die Kunst des Liebens Zitate

TatsĂ€chlich verstehen ja die meisten Menschen unseres Kulturkreises unter LiebenswĂŒrdigkeit eine Mischung aus Beliebtheit und Sex-Appel.

Die meisten Menschen sehen das Problem der Liebe in erster Linie als das Problem, selbst geliebt zu werden, statt zu lieben und lieben zu können.

Die Liebe ist eine Macht die Liebe erzeugt.

Die Liebe lĂ€ĂŸt ihn das GefĂŒhl der Isolation und Abgetrenntheit ĂŒberwinden und erlaubt ihm, trotzdem er selbst zu sein und seine IntegritĂ€t zu behalten.

Wenn ich einen Menschen wahrhaft liebe, so liebe ich alle Menschen, so liebe ich die Welt, so liebe ich das Leben.

Was noch wichtiger ist, er spĂŒrt in sich das Vermögen, Liebe durch Lieben zu wecken und nicht mehr abhĂ€ngig davon zu sein, geliebt zu werden und aus diesem Grund klein, hilflos und krank – oder brav bleiben zu mĂŒssen. Infantile Liebe folgt dem Prinzip: Ich liebe , weil ich geliebt werde. Reife Liebe folgt dem Prinzip: Ich werde geliebt, weil ich liebe. Unreife Liebe sagt: Ich liebe dich, weil ich dich brauche. Reife Liebe sagt: Ich brauche dich, weil ich dich liebe.

Liebe zu meinem Selbst ist untrennbar mit der Liebe zu allen anderen Wesen verbunden.

Liebe ist unteilbar; man kann die Liebe zu anderen Liebes-„Objekten“ nicht von der Liebe zum eigenen Selbst trennen.

Wenn ein Mensch fĂ€hig ist, produktiv zu lieben, dann liebt er auch sich selbst; wenn er nur andere lieben kann, dann kann er ĂŒberhaupt nicht lieben.

Der SelbstsĂŒchtige liebt sich selbst nicht zu sehr; sondern zu wenig; tatsĂ€chlich haßt er sich.

So fĂŒhrt die paradoxe Logik zu dem Schluß, daß die Gottesliebe weder in verstandesmĂ€ĂŸigen Wissen ĂŒber Gott noch in der gedanklichen Vorstellung ihn zu lieben, besteht, sondern im Akt des Erlebens des Einsseins mit Gott.

Er ist gut nÀhrt, gut gekleidet und sexuell befriedigt, aber ohne Selbst und steht nur in einem höchst oberflÀchlichen Kontakt mit seinem Mitmenschen.

Das Menschen GlĂŒck besteht heute darin, seinen Spaß zu haben. Und man hat seinen Spaß, wenn man sich GebrauchsgĂŒter, Bilder, Essen, Trinken, Zigaretten, Menschen, Zeitschriften, BĂŒcher und Filme einverleibt, indem man alles konsumiert, alles verschlingt. Die Welt ist nur noch da zur Befriedigung unseres Appetits, sie ist ein riesiger Apfel, eine riesige Flasche, eine riesige Brust, und wir sind die SĂ€uglinge, die ewig auf etwas warten, ewig auf etwas hoffen, und ewig enttĂ€uscht werden.

Nur das was wir in dem Augenblick tun, darf uns interessieren, und wir mĂŒssen uns ihm ganz hingeben.

Konzentriert sein heißt ganz in der Gegenwart – im Hier und Jetzt zu leben und nicht, wĂ€hrend man das eine tut, bereits an das nĂ€chste denken, was anschließend zu tun ist.

Es versteht sich von selbst, daß Konzentration vor allem von Menschen geĂŒbt werden muß, die sich Lieben. Sie mĂŒssen lernen, einander nahe zu sein ohne gleich irgendwie wieder voneinander wegzulaufen, wie das gewöhnlich geschieht.

Fazit zu die Kunst des Liebens

Wie schon vorher gesagt, empfehle ich dieses Buch jedem weiter. Ich finde, dass es unglaublich nĂŒtzlich ist, uns Menschen zu verstehen. Nicht nur die anderen Menschen aber auch sich selbst verstehen. Ich habe nun nur ein paar Zitate herausgeschrieben, aber es gibt noch so viele mehr, die meines Erachtens wirklich lehrreich sind. Also wer mehr ĂŒber sich selbst, die Liebe und die Menschen erfahren will, sollte es lesen.

 

 

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4 Kommentare Gib deinen ab

  1. „Die Kunst des Liebens“ von Erich Fromm steht auch bei mir schon seit lĂ€ngerer Zeit im BĂŒcherregal .. immer wieder begonnen, aber nie beendet. Nicht, weil es mir nicht gefallen hat, aber irgendwie ist das fĂŒr mich kein Buch, das man in die Hand nimmt und an einem StĂŒck durchliest. Oder wie empfindest du das?

    Auf jeden Fall hast du mich darauf gebracht, das Buch in nĂ€chster Zeit noch einmal in die Hand zu nehmen. Denn bei so vielen BĂŒchern gerĂ€t auch schon einmal das ein oder andere ungewollt in Vergessenheit..

    Ich lasse ganz liebe GrĂŒĂŸe da
    Natascha 🙂

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    1. Fantasila sagt:

      Hallo Natascha,

      also ich habe das auch immer gesagt, dass wenn ich es lese, dann mit Geduld, nicht so schnell. Aber das war dann wie bei dir, dass ich es am Ende doch nicht komplett durchgelesen habe. Also habe ich mich circa vier Tage damit beschĂ€ftigt und halt eben auch wichtige Dinge herausgeschrieben, gestern dann fĂŒnf Stunden sogar. Man vergisst so zwar Dinge, aber dann kann man es einfach nochmal lesen. Denke, dass man mit so einem Buch bei erneutem lesen auch neue Erkenntnisse gewinnen kann.

      Und das freut mich, dass du das dann demnĂ€chst auch mal lesen wirst. 🙂

      Danke und ganz liebe GrĂŒĂŸe zurĂŒck 🙂
      Lina

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  2. Julie sagt:

    „Die Kunst des Liebens“ ist eines meiner absoluten LieblingsbĂŒcher! Auch ich habe es nicht klassisch von vorne bis hinten am StĂŒck durchgelesen, sondern hole mir immer wieder das raus, was ich gerade brauche. Es ist eines der wenigen BĂŒcher, in denen ich sogar Stellen markiert habe.
    Ich stimmt dir absolut zu: Jeder sollte dieses Buch gelesen haben.
    Liebe GrĂŒĂŸe
    Julie

    GefÀllt 1 Person

    1. Fantasila sagt:

      Das ist schön, dass du das auch so siehst. Defintiv ein Buch, wovon man viel lernen kann.

      Liebe GrĂŒĂŸe zurĂŒck

      Lina :)♄

      GefÀllt 1 Person

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