Wenn die Depression anklopft…

… wird es wahrscheinlich wieder kälter in Deutschland.

Dieser Beitrag ist für alle, die wissen wie es ist, wenn man eine Depression hat, aber auch für alle anderen. Ich selbst hatte eigentlich wieder eine relativ gute Zeit, also diesen Sommer, doch nun wo die Tage wieder kürzer werden und die Nächte länger, die Sonne nicht mehr so viel Wärme gibt, wie noch vor ein paar Wochen, da merke ich auch wieder eine Kälte in mir selbst. Zu solchen Zeiten würde ich alles geben einen Kamin zu haben um mit einem Tee und einem guten Buch davor zu sitzen und mich an dem Feuer zu wärmen. Jedoch wohne ich in einer kleinen Wohnung – ohne Kamin – und muss mich mit der Phantasie eines Kamins zufrieden geben.

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Meine Herz-erwärm-Phantasie

Nein, nicht immer möchte man alleine sein. Gerade im Winter brauchen wir Menschen mehr Nähe und Zärtlichkeit. Obwohl die These weit verbreitet ist, dass der Frühling die Beste Zeit sei, um sich zu verlieben, so ist es eigentlich der Winter. Ich denke, ein bisschen Aufklärung über eine Depression kann niemals schaden, weshalb nun ein paar Fragen und natürlich auch Antworten folgen.

Wie bekommt man eigentlich eine Depression?

Menschen deren Eltern an einer Depression erkrankt sind, haben ein erhöhtes Risiko selbst ein Mal an einer Depression zu erkranken, wenn die Außenfaktoren den entsprechenden Reiz geben. Zudem kann eine Depression begünstigt werden, wenn die Neurotransmitter im Gehirn nicht normal funktionieren. Bei einer Depression geraten die Neurotransmitter Serotonin und Noradrenalin ins Ungleichgewicht, weshalb dafür gerne Medikamente, sogenannte Antidepressiva verschrieben werden, wie zum Beispiel Fluoxetin. Diese sollen das Serotonin und Noradrenalin wieder normalisieren und einen Weg aus der Depression ermöglichen. Besonders Menschen die ständig unter Stress leiden haben erhöhtes Potenzial eine Depression zu entwickeln, durch den Ausschuss des Stress-Hormons Cortisol. Ständige soziale Konflikte, belastende Lebensereignisse, Traumata oder ein Mangel an positiven Gefühlen, ausgelöst durch Isolation, können eine Depression begünstigen, aber eine Depression kann auch ohne ersichtlichen Grund ausbrechen. Ein Gefühl der Hilflosigkeit, Pessimismus übernommen von den Eltern oder auch eine verzerrte Selbstwahrnehmung können ebenfalls eine Depression auslösen.

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Immer müde

Was sind Warnhinweise die auf eine Depression hindeuten können?

Ständige Schlafstörungen und Alpträume sind ganz normal bei einer Depression und auch im Anfangsstadium einer Depression. Man verschläft oft und hat morgens keinen Antrieb mehr. Viele depressiv erkrankte Menschen beschreiben es mit einem Stein auf der Brust, den man nicht los wird. Man schafft es nicht mehr einfachste Aufgaben zu erledigen, man liegt oft im Bett oder sitzt vor dem Computer, obwohl man innerlich komplett unter Strom ist, weil man weiß, man muss bestimmte Dinge erledigen. Man kann sich nicht mehr an seinen Hobbies erfreuen und man ist generell unfähig die Dinge zu genießen. Es kann auch gut sein, dass man sich wie krank fühlt, als hätte man eine schwere Grippe, nur dass man nicht innerhalb von zwei Wochen wieder gesund ist. Sämtliche Tätigkeiten im Haushalt werden nicht mehr erledigt, die Wohnung wird zunehmend immer chaotischer, was die Depression nur noch verstärkt. Zwischenmenschlich fängt man an sich zu isolieren und Kontakte zu vernachlässigen. Beziehungen zu anderen Menschen werden als unerträglich empfunden und sind kaum auszuhalten, weshalb es zu der Isolation kommt. Wenn man solche Symptome teilweise bejahen kann, sollte man besser zu einem Psychologen gehen. Es gibt keinen Grund mehr, sich dessen zu schämen, denn bis zu 15% der Bevölkerung leidet unter einer Depression. Zudem bekennen auch immer mehr Prominente, dass sie depressiv erkrankt sind, als Beispiel Sinéad O’Connor. Eine Depression ist auf gar keinen Fall zu verharmlosen, auch wenn es eine seelische Krankheit ist, ist eine Krankheit eine Krankheit und kann zum Tode führen.

Wie kann ich einer depressiv erkrankten Person als Angehöriger helfen?

Angehörige können einer erkrankten Person am Besten helfen, wenn sie es als erstes akzeptieren, dass die betroffene Person krank ist. Ratschläge wie „Du musst dich nur genug anstrengen“ helfen in keinster Weise dem Betroffenen und sind daher unbedingt zu unterlassen. Denn der Betroffene möchte ja, aber die Krankheit hält einen auf. Wenn der oder die Betroffene sich psychologische Hilfe holt, was ich auf jeden Fall empfehle, dann unterstützte sie dabei. Falls der Betroffene noch keine Hilfe in Anspruch nimmt ermutige ihn dazu. Es kann gut sein, dass die Person gerade nach der Therapie Ruhe braucht, um das Besprochene bei der Therapie zu verarbeiten. Gebe ihn dafür Zeit und sage, dass der Betroffene jederzeit mit dir darüber reden kann. Kleine Aufmerksamkeiten empfinde ich persönlich sehr schön zum Beispiel in Form eines Briefes. Daher empfehle ich, mit kleinen Gesten immer zu zeigen, dass man an die Person denkt, und auch emotional da ist beziehungsweise eine Stütze ist. Nehme es auf gar keinen Fall persönlich, wenn die Betroffene sich zurück zieht. Das bedeutet, dass die Depression gerade eventuell wieder sehr schlimm ist. Allgemein ist es besser keine Ratschläge zu erteilen und falls die Person über Suizid spricht oder Dinge sagt wie „Es wäre besser, wenn ich nicht mehr da bin“, dann das unbedingt ernst nehmen und versuchen mit dem Menschen darüber zu reden. Oft kann reden schon helfen und der Betroffene fühlt sich entlastet. Wenn es dennoch weiterhin so bleibt, oder du dir Sorgen machst, ist es manchmal besser sich psychologisch beraten zu lassen, oder im Notfall eine Telefon-Seelsorge anzurufen. Achte auch unbedingt auf dich selbst und sei dir bewusst, dass du nichts für die Krankheit und die Folgen des Angehörigen kannst. Du musst dein Leben trotzdem weiter leben, denn sonst kann es sein, dass du in diesen Sog mit rein gezogen wirst.

Was kann ich als Betroffene machen? 

Als erstes erkenne, dass du krank bist. Überspiele deine Gefühle nicht, wenn es dir nicht gut geht. Auch ich neige dazu öfters zu sagen „Es geht mir gut“ oder lache, obwohl mir nicht danach zumute ist. Hör auf dich zu verstellen und wenn du nicht lachen kannst, dann ist das eben so. Irgendwann wirst du auf jeden Fall wieder lachen können. Wenn du Fehler machst, dann mache dich deshalb nicht fertig. Schreibe es auf und denke darüber nach, damit du es das nächste Mal besser machen kannst. Es ist ganz natürlich und unglaublich wichtig, dass jeder Fehler macht, um daraus zu lernen und weise zu werden.

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Wenn du dich schlecht fühlst, dann versuche nicht dieses Gefühl zu betäuben, mit Substanzen oder ähnliches, sondern fühle dieses Gefühl. Lass es zu. Versuche deine Gedanken abzuändern, sodass du dich nicht mehr dafür fertig machst. Schaue auch nach, ob es in deiner Stadt eine Selbsthilfegruppe für Depressive gibt. Oft wird man dort sehr gut verstanden und erhält neue Denkansätze. Auch über eine Therapie solltest du dir Gedanken machen. Sie kann dir da raus helfen. Wenn du es nicht alleine schaffst dir einen Platz zu besorgen, dann frag eine Bezugsperson, ob sie dir helfen kann. Mach dir keine Sorgen über das was du gemacht hast, denn jeder macht irgendwo mal doofe Sachen. Es ist auch normal, dass du dich zu Weilen super gut fühlst, und dann Rückschläge erleidest, wie ich zurzeit zum Beispiel. Fange mit Sport an oder täglichem spazieren gehen an, und wenn es nur zehn Minuten sind am Anfang. Oft ist es auch schwierig, sich selbst nicht komplett zu vernachlässigen. Versuche dir Sachen zu gönnen, wie zum Beispiel einen Tee oder ein gutes Buch. Kaufe dir schöne Duftkerzen und genieße den Duft, den sie verströmen. Tue dir Gutes, auch wenn es schwer fällt. Durch viel lesen über das Thema habe ich auch erfahren, dass rauchen aufhören sich positiv auf die Depression auswirken kann. Falls du irgendwelche Drogen nimmst dann höre bitte dir selbst zu Liebe damit auf. Schreibe Tagebuch auf Papier oder online bei zum Beispiel Sorgen-Tagebuch. Bei Sorgen-Tagebuch online kriegst du sogar immer ein Feedback zu dem was du in dein Tagebuch schreibst. Pflege auch keine Beziehungen zu Menschen, die dich weiter runterziehen. Eine gesündere Ernährung kann auch helfen, wie wäre es zum Beispiel eine Zeit lang roh vegan zu essen und ganz viele Vitamine zu sich zu nehmen? Das sind alles ein wenig Tipps die mir einfallen und es gibt noch viel mehr.

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Und was mache ich jetzt mit meiner Depression?

Nun, um mich braucht sich keiner Sorgen machen, denn auch wenn es mir schlecht geht ab und zu, weiß ich dass es wieder bergauf geht. Zudem bin ich gut betreut durch meine Therapeutin. Sie hat mir schon sehr oft geholfen, wenn ich alles schwarz gesehen habe und ist für mich daher sehr wichtig, um mich immer wieder von negativen Gedanken abzubringen. Ich hoffe, dass auch du dir helfen lässt, denn es wird dein Leben wieder verbessern. Gib die Hoffnung nicht auf und vergiss nicht, dass du niemals alleine damit bist!

Aber glaubt mir, dass man Glück und Zuversicht selbst in Zeiten der Dunkelheit zu finden vermag. Man darf bloß nicht vergessen ein Licht leuchten zu lassen.

Dumbledore

 

xoxo Lina

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. Gut geschrieben, fasst alles ziemlich genau zusammen. 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Fantasila sagt:

      Dankeschön. 🙂 Habe mir auch echt Mühe gegeben.

      Gefällt mir

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